Beeinflusst — aber bitte positiv! Teil 1

Warum Gen Z unter Social-Media leidet und 5 Hacks, wie du ‘Digital Awareness’ für dich nutzen kannst

Good to know:
Gen Z: Generation, die im Zeitraum von 1997 bis 2012 geboren wurde.
Gen Y: Generation, die im Zeitraum von 1980 bis zu den späten 1990er Jahren geboren wurde. Auch bekannt als ‚Millennials’ und ‚Generation Me’.

Wieso sollte gerade Gen Z unter Social-Media leiden? Reden wir hier von der Generation, die bereits im Mutterleib, über fancy Apps, mit Gemüsesorten verglichen wurde? Die anstatt mit dem ‚goldenen Löffel im Mund’, mit dem ‚Smartphone in der Hand’ geboren wurde? Die Generation, für die Kylie Jenner einer Gottheit aus der griechischen Mythologie gleichkommt? Ja, genau um diese Mikro-Informationsmanager, die 24/7 mobil, schnell, aber auch ziemlich alleine sind. Eine gewisse Skepsis aufgrund der Headline ist durchaus berechtigt. Doch in diesem Artikel geht es weniger um die Affinität zu Technik und Digitalisierung. Viel mehr wollen wir darauf aufmerksam machen, dass Gen Z durch Social-Media mit Arschimplantaten, weißen Gartenzaun-Zähnen, Lip-Fillern und perfekt inszenierten Beziehungen aufwächst.

Wir haben uns mit der 19-jährigen Lisa aus Berlin Neukölln, im Holy Café getroffen. Sie ist kühl, zugleich herzlich und so, wie man sich ein hippes Girl aus Neukölln eben vorstellt: ihr zierlicher Körper mit symmetrischen Tattoos verziert, Levi’s 501, Hair-Bun, 80er-Jahre-Adidas-Windjacke, Doc Martens.

Mini-Interview

Ganz nach dem Klischee Generation Z müsstest du ein Social-Media-Junkie sein und coolen Influencern nacheifern?
Sie lacht verschmitzt und gibt zu: “Ich bin schon oft auf Instagram unterwegs. Ich lass mich halt gern inspirieren.”

Von wem oder was lässt du dich inspirieren?
“Fashion ist ein wichtiger Teil von mir und hilft mir dabei, mich auszudrücken. Auf Insta gibt’s schon coole Mädels, von denen man sich mal das eine oder andere abschauen kann.”

Ertappst du dich auch manchmal dabei, dass du dich mit diesen Mädels vergleichst oder sogar ein bisschen neidisch wirst?
Sie wirkt plötzlich nachdenklich, ernster und etwas angegriffen. Ein Hauch ihrer Coolness verfliegt. “Klar mach ich das ab und zu. Das macht doch jeder, oder? Ich meine, die haben halt alle supervolle Lippen und perfekte Hintern. Gegen ne Louis-Bauchtasche hätte ich auch nichts einzuwenden! Das macht halt manchmal schon depri irgendwie”.

Durch das Gespräch mit Lisa ist uns schnell klar geworden, dass sie einem großen Druck ausgesetzt ist, bei den ‘coolen Mädels’ mithalten zu müssen – in zahlreichen Magazinen und Blogs auch als das Phänomen ‘FOMO’ (fear of missing out) bekannt. Dies ist kein Einzelfall. Vor allem auf Instagram wird stundenlang gesurft, geliked und durch die Stories der Lieblings-Blogger geklickt. Immer öfter berichten junge Menschen davon, wie unzufrieden sie mit sich selbst, ihrem Körper und ihrer derzeitigen Lebenssituation sind. Das perfekt inszenierte Leben der Instagram Sternchen verzerrt die eigene Realität und verführt zum ständigen Vergleich mit sich selbst. Da kann das eigene Selbstwertgefühl schon mal in den Keller rauschen. Unruhe, Stress und das Gefühl von Einsamkeit bis hin zur Depression, können verheerende Folgen sein.

Wir haben uns die Frage gestellt, was wir und vor allem Gen Z tun können, um nicht im Social-Media-Wahn zu versinken und einen Weg zum gesunden Umgang mit Social Media zu finden.

 

5 Hacks wie du ‘Digital Awareness’ für dich nutzen kannst:

Awareness ist DAS Wort für 2019 – Bewusstsein und der richtige Fokus. Im Zusammenhang mit Social-Media geht es darum, das Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Art von Content schlechten Einfluss auf dich und dein Selbstwertgefühl hat. Sozusagen ein ‘inneres Selfie’ schießen:

1. Folge denen, die dich inspirieren und motivieren

Swipe durch deinen Feed und entfolge diejenigen, die negative Gefühle wie z. B. Unzufriedenheit und Neid in dir hervorrufen. Abonniere stattdessen Menschen, die dir einen Mehrwert bieten. Menschen, die eine positive Botschaft vermitteln. Vielleicht zaubern sie dir ein Lächeln ins Gesicht, bringen dich dazu über dich hinauszuwachsen oder helfen dir dich selbst zu lieben und zu akzeptieren. Sie erzählen auch mal von den dunklen Seiten ihrer Glitzerwelt.

2. Fokus

Greifst du oft zum Handy, öffnest ohne ein einziges Mal darüber nachgedacht zu haben deinen Instagram-Feed und fängst dann an ganz wild zu scrollen? Das ist die Gewohnheit. Wenn du dich in diesem Moment selbst erwischst, solltest du mal ganz bewusst darüber nachdenken, warum du gerade auf Instagram bist und ob du dich wirklich mit etwas bestimmten auf dem Netzwerk befassen wolltest.

3. Social Detox

Einfach mal abschalten. Nonstop online und erreichbar sein stresst. Ständige Push- Notifications, WhatsApp-Nachrichten, und und und. Setze dir bewusst Limits für deine Social-Media-Zeiten. Z. B. könntest du dir abends ab einer gewissen Uhrzeit eine Grenze setzen. Deaktiviere Push-Notifications und logge dich aus Social-Media-Networks aus. Eine etwas strengere Methode ist es den Flugmodus häufiger zu nutzen. Auf diese Weise kommst du gar nicht erst in Versuchung.

4. Singletasking

Alles schaffen, nichts verpassen – Multitasking ist eine Illusion. Kein Mensch ist in der Lage, mehrere Dinge gleichzeitig mit voller Aufmerksamkeit und Präzision zu meistern. Nutzt du ständig Social-Media während du arbeitest, isst, in der Badewanne liegst, dich mit Leuten unterhältst? Wenn du isst, dann genieße dein Essen. Wenn du in der Wanne liegst, entspann dich. Wenn du mit Leuten sprichst, höre ihnen zu. Wenn du auf Insta bist, sei auf Insta. Singletasking ist das neue Multitasking!

5. Social Frühjahrsputz

Du siehst vor lauter Apps den Wald nicht mehr? Das liegt vielleicht an den 5.848.993 Apps, die auf deinem Smartphone sind. So wie du z. B. regelmäßig deine Wohnung entrümpelst, kannst du auch mal deine Apps ausmisten. Alles was zu viel ist, belastet und nie von dir genutzt wird kann vom Device gelöscht werden. So verschaffst du dir ganz easy wieder mehr Überblick und findest deine Lieblings-Apps auf einen Blick.

Im zweiten Teil unseres Artikels möchten wir auch die Verantwortung der Unternehmen im Zusammenhang mit Social-Media-Marketing und Gen Z aufzeigen. Wie können die Brands Gen Z mit ihren Marketing-Botschaften im Social-Web bereichern anstatt zu belasten?